Abenteuer des Alltags

Das wirklich interessante daran, in einem fremden Land und einer anderen Kultur zu sein sind nicht die großen Momente, wie jeder Tourist sie erleben kann, sondern sind die kleinen, die einfachen Abenteuer des Alltags. Jene Dinge, die einem täglich passieren, Probleme die man auch in der Heimat hat, hier aber anders lösen muss. Jene Unterschiede, die nach zwei Wochen schon nicht mehr auffallen, da sie durch ihre Alltäglichkeit völlig normal erscheinen.

Einkaufen

Mit meinem studierenden Ausweis kann nicht nur in der Mensa, sondern auch in einem Läden auf dem Campus bezahlen. Obwohl ich auf dem kleineren Campus lebe, gibt es hier zwei recht beachtliche Supermärkte von der Universität. Sie haben alles zu bieten, was der Student so braucht. Mehrere Regale mit instant-Nudeln, Softdrinks, Chips, Snacks, Steckdosen, Notizbücher der Uni, Schreibwaren, Bettdecken, Unterwäsche, Mehrfachsteckdosen, Toilettenpapier, Reiskocher, trinkbares Wasser und warmes Essen. Allgemein ist Essen hier günstiger, Elektronik und andere “Luxusgüter” haben allerdings den selben Preis, wie in Deutschland und Schokolade werde ich mir wohl nur einmal im Monat gönnen.

Der nächste Markt ist etwa eine Minuten von meinem Wohnheim entfernt. Da war ich auch gleich erstmal shoppen.

Erstausstattung

Zu Anfang brauchte ich erstmal ein paar Sachen für mein Zimmer. Eine Bettvorlage, um nicht auf den kalten Fußboden aufstehen zu müssen, das ist ein Schaumstoff Puzzle geworden, wie man es sonst in Kinderzimmern findet. Dann ein Notizbuch und Ausstattung zum Waschen (gleich mehr). Dann noch eine Seifenschale und einen Wäschekorb, also eine Box, die ich als solchen missbrauche. Und schon lässt es sich grundsätzlich erstmal leben.

Wäsche-Aufhänger und Matte für den Fußboden

Rasieren

War tatsächlich erstmal eine Herausforderung. Im Grunde aber nur, weil mein Badezimmer einfach so schlecht ausgeleuchtet ist, dass ich nichts gesehen habe. Also zum Laden und eine Lampe kaufen, aufbauen und feststellen, dass der Stecker zu kurz ist… Wieder zum Laden, Verlängerung kaufen und schon konnte ich sehen, was ich da tue.

Es werde Licht!

Waschen

Wer in China ankommt, wird sich wundern, wieso überall vor der Fenstern Leinen hängen, oder es kleinste Vorräume vor den Fenstern gibt, die viel zu klein sind, darin gemütlich zu sitzen. Doch schon bald wird klar: all dies dient zum Trocknen von Wäsche. Während ich in Deutschland einen Wäscheständer nutze, habe ich hier zwei Stangen unter der Decke in meinem kleinen Vorraum. An diesen wird die Wäsche zum Trocknen aufgehängt. T-Shirts, Pullis und Hosen dabei auf Bügeln, für Unterwäsche und Socken gibt es extra Vorrichtungen. Gebilde, von denen mehrere Wäscheklammern baumeln und die dort aufgehängt werden können. Die Waschmaschine ist für die gesamte Etage und ein Toplader. Selbstverständlich ist sie in Chinesisch beschriftet. Also ein Foto gemacht, einem Chinesen geschickt und gefragt, welchen Knopf ich drücken muss, um das richtige Programm aus zu wählen.

Alles auf Chinesisch, aber meine Wäsche ist jetzt sauber.

Auf Klo gehen

Ja also, ich halte ja die Franzosen für komisch, mit ihren Löchern im Fußboden, die sie Toiletten nennen. Allerdings kann man da wenigstens das Toiletten Papier ins Klo werfen und es gibt welches. Hier sollte man immer Taschentücher dabei haben, sie als Klopapier zu nutzen. Und mal abgesehen davon, dass alle Klos Löcher im Boden sind, über die man sich hockt, hab ja mal gehört dann soll es besser gehen, weil dann die inneren Organe alle grade sind oder so, gibt es auf jedem Klo einen kleinen Mülleimer. Dieser ist jedoch nicht für Damenhygiene reserviert (was zugegebener Maßen auf dem Männerklo interessant wäre), sondern für das Klopapier gedacht. Das Abwassersystem kann dieses nämlich einfach nicht Händeln. Glücklicherweise gibt es sowohl im Wohnheim, als auch bei meiner Arbeit “normale” Klos ^^ Obwohl es auf Arbeit nur eines von fünfen ist.

Leute an Orten treffen

Mittlerweile kenne ich also ein paar Leute. Die nächste Herausforderung ist es also, mich mit ihnen zu treffen. Das ist vergleichbar mit einer Botendienst Quest in jedem RPG. Denn mit Abstand am effektivsten ist es, mir Standorte von anderen Schicken zu lassen, diese einem Fahrer unter die Nase zu halten oder dort mit den öffentlichen Rädern hin zu fahren, bzw. zu gehen.

Essen bekommen

In der Mensa ist das eine einfache Sache, auf die Dinge zeigen, die ich haben will und meine Karte kurz über die Kasse ziehen, schon läuft das. Was aber fürs Frühstück tun, wenn die Dumplings, die ich will nicht in zeigereichweite sind? Mit beibringen lassen, wie man sagt “Ich möchte Dumplings kaufen” und mutig los reden ist hier die Lösung. Dann sofort realisieren, dass der ganze Satz total unnötig ist und “ni hao” für “Hallo” und “jiao zi” für “Dumplings” die einzigen Worte sind, die ich sagen muss. Glücklich und motiviert rein beißen.

Frühstück, eine Art von gedämpfter Teigtasche 'jiao zi'.

Cafés

Schreiben tue ich diese Zeilen übrigens grade in einem Café, heiße Schokolade nur 28CNY (4€).

Heiße Schokolade im Beans